Skip navigation

Tag Archives: Zitat

Das Zitat des Tages findet sich bei Perspektive 2010:

Es wäre schön, wenn all die deutschen Michels mit ihrer Schwarz / Rot / Doof-Markierung im Gesicht einmal zu einem Generalstreik oder einer Revolte genauso den Arsch bewegt bekämen wie zu Fussball-TV, nervigen Tröten und Suff bis zum Finale. Man mag es kaum glauben, dass sich im Volk kein Widerstand rührt gegen das schwarz-gelbe Sparpaket mit seiner ganzen abscheulichen, ja offen faschistischen Menschenverachtung für die Besitz- und Arbeitslosen, während sich gleichzeitig Millionen Leute zusammenrotten, um 22 Millionären beim kindischen Gekicke gegen einen luftgefüllten Lederfetzen zuzuschauen. Das ist der beste Beweis dafür, dass Menschen durchaus hirntot sein können, ohne dass sie anfangen zu stinken.

Wobei ich nicht bestätigen kann, dass die nicht anfangen zu stinken. Mir ist gestern, noch bevor die WM richtig begonnen hat (also ein paar Tage vor Tschlannd) eine Horde von diesen zombifizierten Brüllaffen entgegengekommen, die sich voll Kindgeschreie daran erheiterten, wie laut die Tröten dröhnen und wie fein es klingt, wenn die Bierflasche auf dem Asfalte zu Scherben zerspringt. Und diese Leute stanken aus raugebrülltem Maule nach Bier, billigen Mischgetränken und Fusel, als hätten sie ganze Fabriken dieser in Jahrhunderten der Barbarei bewährten Hirnlöser in ihrem Körper verborgen. Selbst der heftige Wind in meinem Rücken konnte diesen Gestank nicht vertreiben. Es war ekelhaft. Und diese Evolutionsverweigerer schwenkten dazu ihre schwarz-rot-goldenen Tücher in den Wind, ganz so, als sei ihr sumpfiges Sein und ihr tierhaftes Tun Deutschland. Kein Wunder, dass man von gewaltiger Gleichgültigkeit erfüllt wird, wenn dieser Aashaufen Deutschland an eine kriminelle und geierartige Bande übergeben wird.

Balla-Tschlannd, wie hirnverbrannt!

Advertisements

Das Zitat des Tages findet sich beim Dwarslöper:

Leider hatte ich neulich keinen Fotoapparat dabei, als mir ein alter Mann mit einem Rollator begegnete, an dem er eine überdimensionale Flagge befestigt hatte. Das war bisher das einzige Mal, dass ich über dieses ganze Gedöns zur WM schmunzeln konnte.

So eine allgemeine Ablenkung durch den Brüllball ist ja von unendlicher politischer Nützlichkeit:

Wisst ihr, woran man erkennt, dass gerade wieder eine Fußball-WM ist? An den ganzen bürgerfeindlichen Gesetzen, die sie gerade machen. Der JMStV wird im Schatten der WM durchgewunken, und auch das Sparpaket haben sie sicher nicht zufällig gerade jetzt in der Mache.

Brot und Spiele eben.

Fefe über die WM

Sport, das sind Stammesloyalitäten und Rivalitäten, symbolische Rituale, sagenhafte Legenden, zu Ikonen gewordene Helden, epische Kämpfe, ästhetische Schönheit, körperliche Erfüllung, intellektuelle Befriedigung, erhabenes Schauspiel und ein tiefes Zugehörigkeitsgefühl. Außerdem vermittelt er eine menschliche Solidarität und physische Umnittelbarkeit, die das Fernsehen nicht bietet. Ohne diese Werte wäre das Leben vieler Menschen zweifellos ziemlich leer. Nicht Religion, sondern Sport ist heute Opium für das Volk. Und in der Welt des christlichen oder islamischen Fundamentalismus ist die Religion mittlerweile wohl weniger Opium für das Volk als Crack für die Masse.

Terry Eagleton, Der Sinn des Lebens [via Stackenblochen]