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Tag Archives: NRW

Fußball ist so ein überaus wichtiges Kulturgut, auch für die politische Kultur, wie sich heute zum Beispiel in der Online-Ausgabe der Rheinischen Post nachlesen lässt:

„Die Feuerwerkskörper blieben bei der Zugangskontrolle der Hooligans unbemerkt“, kritisiert der Politiker. „Gegenstände, die geschickt am Körper getragen werden, fallen oft auch bei Leibesvisitationen nicht auf. Wenn man gefährliche Gegenstände aus den Stadien verbannen will, müssen die Veranstalter Nacktscanner zur Kontrolle der Fans einsetzen.“

[…]

Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert schärfere Zugangskontrollen für die Bundesligastadien. „Die Ordner müssen besser geschult werden“, sagte GdP-Vorstand Arnold Plickert. „Man muss auch überlegen, ob technisch aufgerüstet werden sollte. Handscanner wie am Flughafen, die metallische Gegenstände aufspüren können, wären eine Maßnahme.“

Das ist doch toll, wie der Fußball in der politischen Debatte instrumentalisiert werden kann, um „unsere“ polizeistaatlichen Freiheiten zu schützen und auszuweiten. Zumal davon auszugehen ist, dass besoffene Brüllheinis nicht einmal bemerken würden, dass sie scannermäßig ausgezogen werden, so lange sie sich nur hinterher in einer „public viewing area“ hinstellen dürfen, um Dünnbier zu saufen und im kollektiven Rausch große Leinwände anzuschreien. Das ist — da hat Karsten Rudolph (SPD) bei aller Hirnverfurztheit schon recht — eine ideale Grundlage für die Fortsetzung des Bürgerrechtsabbaus und die Verschärfung des bundesdeutschen Staatssicherheits-Apparates. Denn wo das Bier gesoffen, der Ball getreten und die Fahne hoch geschwenkt wird, da ist das Hirn im Arsch.

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