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Tag Archives: Nationalismus

Die Bundesfamilienministerin wünscht eine Fortdauer des anlässlich der Fußball-WM erstarkenden Nationalismus in der deutschen Bevölkerung. Das „Schöne an der Weltmeisterschaft“ sehe sie vor allem darin, „dass ein unverkrampfter Patriotismus möglich“ sei, erklärt Kristina Schröder im Hinblick auf die dominierende Präsenz von Deutschlandfahnen aller Art in der Öffentlichkeit. Sie hoffe nun, dass „dieses Gefühl auch über die WM hinaus“ bestehen bleibe. Die Äußerungen der Ministerin werden von einem Konsens nicht nur der Berliner Politik, sondern auch sämtlicher deutscher Massenmedien inklusive ihrer liberalen Segmente getragen, in denen die Identifikation mit der deutschen Mannschaft und eine negative Abgrenzung gegenüber Teams aus anderen Staaten mittlerweile zum guten Ton gehören – missbilligendes Unverständnis gegenüber kritischen Positionen immer häufiger eingeschlossen. Auf lokaler Ebene kommt es zu ersten Kampagnen gegen Organisationen, die sich dem aufbrausenden Nationalismus verweigern. Prominente Sozialwissenschaftler warnen seit Jahren, der angeblich harmlose „Partypatriotismus“ sei durchaus gefährlich und schüre rassistische Ressentiments.

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Am na­tio­na­lis­ti­schen Hype rund um die Män­ner-​Fuß­ball-​Welt­meis­ter­schaft 2010 be­tei­li­gen sich auch die Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker der „Band­brei­te“, die ein schwarz-​rot-​gol­de­nes Lied her­aus­ge­bracht haben, in dem Deutsch­land ge­hul­digt wird. Das Lied nennt sich „Welt­meis­ter (Ja watt denn)“ und ist eine Ode an den deut­schen Ju­bel-​Na­tio­na­lis­mus, der für den Som­mer 2010 her­bei­ge­sehnt wird: „Die Stim­mung steigt, das Bier ist knapp, schon geht mir einer auf den Sack“ […]

Mit dem Na­tio­na­lis­mus, den die heu­ti­ge deut­sche Ge­sell­schaft her­vor­bringt und mit deren ras­sis­ti­schen Aus­gren­zungs­me­cha­nis­men hat „Die Band­brei­te“ in jedem Fall kein Pro­blem. Statt­des­sen diese schwarz-​rot-​gol­de­nen Orgie der „Band­brei­te“, in dem es darum geht, dass die Deut­schen Deutsch­land fei­ern sol­len. Neben die­ser Sehn­sucht nach der Fei­er-​Volks­ge­mein­schaft be­sticht der Track der „Band­brei­te“ durch die Ab­nei­gung gegen die Men­schen, die diese Feie­rei nicht mit­ma­chen wol­len. Gegen „das ewige Ge­heu­le“ der „Pes­si­mis­ten“. Es klingt wie eine Dro­hung wenn die Band tex­tet: „Wir las­sen uns von kei­nem die Stim­mung mehr ver­sau­en“.

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